Herbstferien 2017 – Frankreich | Chevennen | Ardeche

Frankreich Herbstferien 2017

Wir haben auf den letzten Reisen Frankreich immer nur als Transitland durchquert um schnell nach Spanien zu kommen. Jetzt wollen wir uns mal 2 Wochen Zeit nehmen um einen Teil dieses wunderschönen Landes zu erkunden. Durch Reiseberichte bin ich auf die Cevennen gestoßen und nach etwas Rechereche stand das Zeil fest.

Mulhouse | Bellville | Arcon | Vichy

Wir fahren bei Mulhouse über die Grenze und kommen am Abend in Bellville auf einem Stellpatz bei einem Weingut an. Fertig geht es früh ins Bett. Morgens werden wir von einem traumhaften Sonnenaufgang geweckt. Nach einem Frühstück in der Sonne, einer Expedition übers Weingut geht es mit vollen Wassertanks weiter.

Ab jetzt reduzieren wir die Reisegeschwindigkeit etwas und genießen das Land und das Wetter. So kommen wir am ersten Tag nicht weit und peilen zum Abendessen einen Stellplatz in Arcon an. Wir stehen alleine auf dem Platz, hier passen sowieso nur 2-3 Wohnmobile hin und genießen die Ruhe und den traumhaften Ausblick. Wir sind etwas weiter oben in den Bergen und zum Abend kommen die Wolken langsam runter und bedeken alles in einer Art Watte, es wird noch ruhiger. Die Kirche hier im 30 Häuser Dorf strahlt wie ein Leuchtturm im Nebel.

Am Morgen geht es für mich wieder früher raus, Sonnenaufgang mit Wolken tief im Tal. Zurück am Toyo wärmt mich die Standheizung nochmal auf bevor es im Sonnenschein zum Frühstück raus geht.

Wir besuchen Vichy, bummeln etwas durch die Stadt die im Reiseführer irgendwie idyllischer beschrieben ist als sie ist, trozdem ist sie irgendwie schön, doch 2 Stunden reichen. Yvonne findet noch ein paar Ohrringe und weiter gehts nach Süden.

Die letzten Tage haben wir Pausen an wunderschönen Bächen gemacht, umgeben von saftigem Wald und viel Natur. Grobes Ziel sind die Cevennen. Wir vermeiden die Autobahn, wollen viel vom Land sehen und haben die Vorratskisten mit Käse und Salami gefüllt. Die Campingplätze haben alle schon geschlossen, uns stört es nicht so sehr, stehen wir doch in Frankreich gerne auf einem der vielen Aire Camping oder Wild.

Naussac | Notre Dame de Neigers | L’Ardèche | Aiguèz

Nach dem wir unsere Vorräte aufgefüllt haben geht es weiter Richtung Naussac. Bei einer Mittagspause am Bach wird schnell noch Wasser gekocht und der Duschsack befüllt. In der Sonne ist es warm genug um draußen schnell zu duschen.

In Naussac erkunden wir etwas das Ufer, laufen noch etwas über die Wiesen, essen hinterm Toyo und genießen wider einen wundervollen Sonnenuntergang am See. Der Abend, so wie fast alle bis jetzt, ist recht kurz und wir bleiben gleich mit den Kindern im Bett liegen. So 9-10 Stunden Schlaf sind ja auch mal ganz erholsam.

Ich habe einige Tracks von Wikilog auf das iPad geladen und wenn es passt nehmen wir auch den Weg abseits der festen Straßen. Über Wald unf Feldwege geht es heute zum Notre Dam des Neigers. Ursprünglich wollten wir hier nur eine Mittagspause machen, doch der große Platz war angenehm leer und so haben wir einfach den ganzen Nachmittag draußen verbracht, die kleinen waren aufm Laufrad unterwegs, die Kirche wurde erkundet, die Esel gefüttert und gemütlich gekocht.

Am morgens sammelten sich etliche Jäger mit Hunden auf dem Parkplatz und zogen bald zur Jagt los. Gut das wir gestern hier im Wald unterwegs waren.

Eine von mir verpasste Einfahrt zu einem dieser Tracks brachte uns dann auf einen schönen Waldweg, der laut Karte in die richtige Richtung geht, aber später doch etwas schmal wurde, kurz nachgeschaut obs passt und weiter geht die Fahrt. Ich bin dann doch ziemlich froh als wir wieder auf einer geteerten Straße stehen. Über die D4 geht es entspannt weiter, wir machen eine Pause am Flußufer und wollen weiter nach Vallon-Pont d’Arc. Wir finden keinen schönen Platz und fahren wieder zurück an die Stelle wo wir Mittagspause gemacht haben. Abendessen, Sonnenuntergang und wieder früh ins Bett. Der Start in den Tag verläuft auch heute wieder sehr gemütlich. Wir spielen noch etwas am Ufer, genießen die Ruhe als 3 Quads durch den recht flachen Fluß vorbeifahren – Frankreich halt!

Wir füllen unterwegs zur Ardeche Schlucht noch unsere Wassetanke auf. Die Schlucht ist der Wahnsinn! Wir fahren die ganze Zeit reicht weit oben, lediglich am Torbogen kommt man einfach mal runter zum Fluß. Nach einer kleinen Pause geht es weiter und mit vielen Stopps an den vielen Aussichtsplattformen erreichen wir nach 75km Tagesetappe in Aiguèz den Air de Camping. Abendessen, Sonnenuntergang, früh ins Bett – you get the picture.

Morgens toben unsere 2 über den Platz, unsere Nachbarn „zwingen“ uns mal in die Stadt zu gehen, traumhaft schön, nicht überfüllt und kleine Geschäfte. Sie hatten recht.

Florac | Gorge de Tarn | Viaduc de Millau

130Km weiter haben wir den Nationalpark Cevennen bereits durchquert und parken mangels Alternativen in Florac auf dem randvollen Air de Camping. Gegessen wird dann heute mal drinnen.

Die Gorge de Tarn befahren wir von Osten nach Westen, im Vergleich zur L’Ardèche sind wir jetzt viel näher am Fluß. In Montburn machen wir Mittagspause, in Saint Chély du Tarn erkunden Moritz und ich den Wasserfall. Bei La Malène nehmen wir die Serpentinenstraße rauf, erneute Pause und mal wieder die Wassersackdusche. Wir gammeln noch was in der Sonne rum, dann geht es wieder runter ins Tal und weiter am Fluß entlang. Jetzt kommen auch die überstehenden Felsen und ich bin mal wieder froh keinen LKW zu fahren, wenn auch die hier problemlos lang kommen. Die Schlucht weitet sich langsam und bei Boyne verbringen wir Halloween auf dem Parkplatz einer Burgruine …

Nach einen Frühstück in der Sonne geht es weiter Richtung Süden nach Millau. Ich möchte ein Foto vom Viaduc de Millau machen. Anhand der Karte suchen wir einen potenziellen Platz für ein schönes Foto. Leider liegt viel Dunst in der Luft. Nach einer Mittagspause geht es weiter …

Mende | Bellville | Abflug nach Hause

Von Millau geht es über die D32 nach Mende und nach 121Km parken wir den Toyo vor einer weiteren Ruine im Wald, die nach dem Kaffee auch wieder ausgiebig erkundet wird. Gefrühstückt wird ein paar Kilometer zurück an einen großem Spielplatz mitten im Wald.

Wir sind auf dem Weg zurück, die Zeit hier unten ist schon fast vorbei und wir haben die letzten Fahretappen mit 300-400 km pro Tag angedacht. Über Landstraße geht es zurück nach Bellville, dem Weingut vom Anfang der Reise. Diesmal kaufen wir noch ein paar Liter Rotwein für zuhause.

Unser letzter Stopp in Frankreich ist mal wider an einem Fluß bei Sermesse zur Mittagspause. Auch hier stört es mal wieder keinen wenn wir auf dem Feldweg parken und Pause machen. Auch wenn ich zuerst etwas anderes erwartet hab als ein Wagen langeholpert kam, doch das ältere Pärchen parkte nur direkt vor uns um den Weg runter zum Fluß zu gehen wo sie vermutlich einen kleinen Ausflug mit dem Ruderboot machen …

Die geplante Übernachtung in Deutschland lassen wir ausfallen und kommen nach 829Km kurz nach Mitternacht zuhause an.

Reiseinformationen

Wir hatten überwiegend Sonnenschein in diesen 2 Wochen. Natürlich ist es morgens noch frisch und abends wird es sobald die Sonne verschwindet frisch. Im Tal durchaus auch schon mal 1-2 Stunden vor Sonnenuntergang. Wir haben auf der Reise nur 2 geöffnete Campingplätze gesehen, beide jeweils am Anfang einer Tagesetappe. Wasser mussten wir einmal komplett auffüllen nach 5 Tagen und sind mit den letzten Tropfen der 85 Liter bis nach Hause gekommen.

Der Toyo hat sich auf den 2300km 290 Liter Diesel gegönnt, wir haben es nur auf ein paar Flaschen Wein gebracht. Dafür Kiloweise Käse und Wurst gegessen.

Wir finden die Region ist wunderschön, im Sommer durchaus etwas voller und dadurch vielleicht nicht mehr so atraktiv wie jetzt. Wir werden, wenn Lotta besser wandern kann nochmal herkommen. Und  nochmal wenn sie gut mit dem Rad den Berg runter kommt.

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