Auf in die Berge

Dünen sind jetzt nicht mehr. Das Wetter, bzw. der Wind mit dem dadurch resultierendem Sand in der Luft nervt. Keine gescheiten Bilder möglich, spazieren auch nicht und selbst hinter der Mauer sitzen schütz nicht 100%ig vor dem Wind. So ziehen wir heute in Richtung des Anti Atlases los :-( Das schlechte Wetter und die erneute Flucht aus der Wüste drücken meine Laune stark und so rollen wir einfach über Teer bis nach Tinehir und dort direkt ohne Umwege aufs Camping … der zum Glück sehr schön ist. Yvonne und ich schätzen die Nähe einer soliden Toilette und so bleiben wir noch einen Tag. Der Abstand zum Steyer steigt so, sind sie doch grad nur am anderen Ende der Schlucht.

 

Die Todra Schlucht – ja schon ganz hübsch, aber wäre ich nicht stehen geblieben um die Gopro zu montieren wären wir in 3 Minuten durch gewesen. Überall Souvenierläden und in der Mitte ein Restaurant und Hotel … kaum aus der Schlucht raus war es schon viel schöner. Und so cruisen wir bei blauem Himmel immer weiter Richtung Tamtachoute. Den Steyer sehen wir nicht mehr, auch sonst ist hier auf den ganzen Campings nix los. Da wir noch früh am Tag hatten biegen wir links ab und fahren die 4×4 only Querverbindung zur Dades Schlucht. Das ist eine der schönsten Pisten die wir bis jetzt gefahren sind. Anfangs schaut alles so aus als ob bald Teer kommt, aber irgendwann sind wir dann doch auf einem Track der nur noch mit Allrad, bzw Bodenfreiheit zu befahren ist. Es geht über enge Kehren bergauf und bergab und immer wieder durch das Qued. Stellenweise ist es auch schön schräg und ich verfluche wieder diese Dachbox und das hohe Sitzen im el Toyo. Von außen betrachtet ist das alles vermutlich halb so wild, drinnen aber … ganz anders. Es ist schon echt geil hier. Manchmal sieht man den alten Track noch woanders lang laufen bevor er abrupt endet wo das Wasser in weg gespült hat. Zum Glück ist jetzt alles trocken. Übernachten würde ich hier trotzdem nicht wenn es nicht zwingend nötig ist. Wir treffen nur einen Guide mit ein paar Leuten im Auto, einen Defender der uns entgegen kommt und 9 VW Touareg die vermutlich in einer art Experiencetour unterwegs sind, mit Klima und dem ganzen Schnick Schnack …. und dann gibts es noch die Einheimischen die hier wohnen und leben. Bis jetzt sind sie uns nirgends so negativ ( negativ sowieso noch nicht ) aufgefallen wie hier. Überall wo am Pistenrand eine Hütte stand war der Weg mit kräftigen Bodenwellen versehen so das man langsam fahren muss ( na – wer jetzt böses denkt ) oder der Track ist sogar mit einem Almach ( Steinberg ) „blockiert“ so das man in den „Hinterhof“ fährt. Und dann sind die Menschen hier recht penetrant und aufdringlich. Ich mein, ich will hier nicht durchrasen und will auch gerne mit Wasser aushelfen, aber reingreifen ins Auto und fragen ob sie das oder das oder das haben können – nee, das geht nicht. Bei der Mittagspause war Mo am Trinken ( bei Yvonne an der Brust ) und dann kamen auch wider ein paar Frauen mit ihren Eseln an .. und zack standen sie alle am Auto und klopften ans Fenster. Trinken war dann nicht mehr und ich hab recht deutlich gesagt und gezeigt das sie weg gehen sollen. Nichts da, sie wollen was haben, egal was. Also kurz Motor an und nen Stück zurück gesetzt … dann waren sie alle ganz schnell weg. Allerdings ist einer der Esel aufgeschrocken und mit seiner Ladung umgekippt. Tut mir ja schon leid der Kleine, aber genug war genug. Zur Strafe wurden wir dann für die nächsten 3 Kilometer nicht vorbei gelassen und mit Androhung von Steinen auf Abstand gehalten. Erst als ich mir auch ein paar Steine unter ihren Blicken ins Auto gepackt hatte ließen sie uns vorbei … die Vorderstern im Eselkonvoi hat das überhaupt nicht gejuckt, die haben noch freundlich gewunken. Diese Piste ist aber ein Traum zum fahren. Irgendwann fahrt man nur noch im Flussbett und kommt am Ende in saftig grünen Feldern raus und steh dann auch direkt in der Dades Schlucht. Diese sind wir dann auch direkt noch ganz durch gefahren. Auch wenn wir recht spät erst aufm Camping ankommen, das Licht ist einfach toll und so gibts noch kanpp 2 Stunden stop an go, drive an Foto … da ist jede Ecke einfach schön. Und wenn das Licht schon etwas flacher ist, die ganzen Schatten die Konturen besser raus arbeiten – ja dann ists echt schön hier. Auch ist auf den Straßen mehr los, Menschen sind unterwegs, die wir sonst zur Mittagszeit eher weniger antreffen. BTW: hier sind alles wieder super nett und nicht aufdringlich. So rollen wir immer weiter, rauf runter und immer am Fluß entlang der mit seinem Wasser für ein echt saftiges Grün sorgt und generell alles mit Leben erfüllt weiter. Vorbei an den Affenfelsen geht es bis nach Boulmanes de Dades ( ? ) und auf einen kleinen Camping direkt bei einem Hotel. In diese Schlucht gibt es so unzählig viele schöne Stellen, einige mit Hotels und Restarantes bebaut die einfach einen traumhaften Ausblick haben, das wir uns fragen was an der andren so toll ist ? Einziger Vorteil, weniger Touristen hier und ne recht nette Fahrt bis zur 4×4 Piste ….

 

Heute wollten wir nur wenig Strecke machen. Rauf durch die Schlucht zu einem Camping der uns gestern schon zugesagt hatte. Dann dort gemütlich Brot backen, etc. Doch dort angekommen war es wieder mal sehr windig. Außer im Auto sitzen geht hier nichts… Planänderung, das Tal der Rosen ist direkt nebenan und soll sehr schön sein. So geht es wieder etwas zurück zum einstig einer der 4×4 Only Varianten dorthin. Etwas bedeutet in diesem Fall fast ganz zurück ;-) Wer nicht weiss das es hier ab geht von der Straße findet es nie. Ein kleiner Weg der so ausschaut als ob er nur hinter die Häuser geht ist der Anfang einer wunderbaren Piste. Die ersten Meter geht es am Steilhang entlang doch dann öffnet sich diese kleine Schlucht und man hat einen traumhaften Ausblick in ein schönes Tal. Bedingt durch wenig Regen ist die Erosion der Berge hier ganz anders als bei uns in Deutschland. Die karge Vegetation gibt einen zudem einen direkten Blick auf die Schichten aus Stein und Erde. Die Formen die dabei entstehen sind faszinierend. Und wir fahren mitten durch das Tal auf einer recht netten Piste. So langsam gewöhnen wir uns auch an die Schräglage. Meine liebste Position wird es nie. Auch verschränken wir einige male so kräftig das vermutlich ein Rad in der Luft war. Wir wissen es nicht – el Toyo fährt einfach weiter und schaukelt uns nur etwas durch. Leider ist die Piste recht schnell vorbei und wir sind im Tal der Rosen angekommen. Von hier aus geht es auf guten Straßen fast immer am Wasser entlang weiter. Immer wieder schön zu sehn das in dieser Landschaft am Wasser so schöne Gärten entstehen. Zur Mittagspause verlassen wir die Hauptstraße und fahren auf einer kleinen Piste runter ans Wasser und folgen dieser auch direkt durch den Fluß auf die andere Seite und parken, wie so oft unter Palmen und relaxen. Mo erkundet wie immer die Umgebung. Zurück müssen wir natürlich wieder durchs Wasser, diesmal mit etwas mehr Schwung – Spielkind halt ;-) Über gute Straßen rollen wir weiter am Fluß entlang.

Yvonne hat in der Zeit nach einem Campingplatz geschaut im Kohlbach und so landen wir, nachdem ich schon gezweifelt hab wegen der komischen Anfahrt durch die Palmerie, knapp 4Km, auf dem wohl bis jetzt schönstem Camping von allen, der Kasbah 123 Soleil. Lange Zeit war das hier ohne Camping, doch die neuen Betreiber haben eine Stellfläche für eine Handvoll kleiner Wohnmobile angelegt. Wir stehen hier jetzt den 3. Tag uns sind bis auf ein paar Gäste abends und morgens ganz alleine. Der Pool ist super, endlich mal tief genug und mit 24° auch schön kühl. Natürlich haben wir uns beim gammeln im und um den Pool den Rücken verbrannt und müssen jetzt die Tage etwas mehr im Schatten verbringen, was hier auch nicht so schlimm ist das es für die Womos am Stellplatz direkt eine Lehmhütte gibt, wir alternativ die am Pool nutzen können oder ins große Zelt am Pool gehen könnten, oder unter den Bäumen schatten finden … Mo hat den ganzen Tag Zeit ist ausführlich mit all seinen Spielsachen zu beschäftigen, auch mit denen an die er nicht so soll wie das Brotmessen, Stromkabel, Ladekabel, … zu unserem Leidwesen ;-) Der Mittagsschlaf in seiner Nonomo klappt auch immer besser, auch wenn er hier auf grund der Hitze nicht so lange schläft … He’s having fun !! Beim Chillen ( um mal was anderes zu als Gammeln zu sagen ) ist mir dann aufgefallen das wir an der Vorderachse eine gebrochen Lage im Blattfederpacket haben. Shitte – aber wir wussten ja des es nicht mehr die besten waren. Vermutlich ist das auf den Pisten der letzten Tage passiert weil wir dort doch viel Bewegung in den Achsen hatten …. So wird unser nächstes Ziel wenn wir hier losfahren erstmal eine Werkstatt sein und dort schauen ob wir das schweißen oder die Lage austauschen lassen.

 

Es gibt eine neue Lage, auch wenn sie ca. 9mm zu schmal ist. Klappt schon irgendwie und ein Grund mehr möglichst schnell einen neuen Satz Blattfedern für vorne zu Kaufen in Germany. Die imensen Unkosten von ca. 36€ für die Reparatur heute verkraften wir … Den ganzen Nachmittag standen wir vor der Garage. Yvonne leigt mit MO hinten auf meinem Bett und ich sitze draußen im Schatten und beobachte alles. Zwischendurch war ich noch ne neue Tagine besorgen, unsrer anderen hat einen Riss durch den das ganze gute Öl immer raus tropft – not so good. So machen wir uns nur noch auf den Weg nach Quarzazate und landen dort auf einem sehr schönem Camping mitten im Palmenhain.

Weiter geht es nach Ait Ben Haddou wo wir wieder mal 2 Nächte stehen. Dort treffen wir Simone und Urs mit ihren 2 Jungs und verbringen gemeinsam den Tag. Der Kasr ist unser erster und echt schön. Vorallem wenn man sich vorstellt was hier alles an Filmen gedreht wurde. Zwischendurch haben wir noch Gesselschaft von einer französichen Familie die aktuell in Marokko leben. Von ihm bekommen ich auch eine Flasche Whisky organisiert. Mit 170Dh auch gar nich mal sooo teuer. Das Essen hier war allerdings nicht so überzeugend – die Portionen varieren doch sehr stark von der der Größe. Wir mussten leider nachbestellen. Leider trennen sich am nächsten Morgen unsrere Wege, die 4 fahren noch was weiter in den Süden und wir fahren nach Marakesh.

Achaj, für die 4×4 Verrückten unter uns war Ait Ben Haddou eine Zwischenstation einer von vielen Ralleys/Raids aus Frankreich und es gab einige sehr schöne Fahrzeuge zu sehen ;-)

3 Kommentare bei „Auf in die Berge“

  1. Anneliese/Mum/Oma sagt: Antworten

    Super schöne und tolle Fotos……………

  2. Super Aufnahmen und für uns Zurückgebliebenen ein wunderschönes Familien Foto.

  3. Hi Bastian, sehr schöne Aufnahmen und interessante Story.
    Macht weiter so.
    Wünsch euch alles Gute auf der weiteren Route.
    Gruß Mambo

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